Solarwatt erhält allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für 60-Zellen-Modul – pv magazine Deutschland

Dem Photovoltaik- und Speicherunternehmen aus Dresden zufolge ist das Glas-Glas-Modul das bislang einzige Photovoltaik-Modul in Standardgröße mit geregelter Bauprodukt-Zulassung. Leuchturmprojekt sei die Überdachung eines zuvor offenen Parkdecks mit insgesamt 4200 dieser Module.

Mit seinem Glas-Glas-Modul „Vision 60M construct“ stellt Solarwatt das eigenen Angaben zufolge derzeit einzige Photovoltaik-Modul in Standardgröße mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) vor. Dieses Zulassung bedeute, dass das Modul uneingeschränkt im privaten und öffentlichen Bereich eingesetzt werden dürfe. Zudem würden im Gegensatz zu anderen Photovoltaik-Modulen keine separate Bauzulassung oder zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie zum Beispiel Stahlnetze benötigt. Dafür habe das Deutsche Institut für Bautechnik das 60-Zellen-Modul zahlreichen Tests unterzogen.

„Die abZ für das 60-Zellen-Modul eröffnet uns ab sofort den Zugang zu völlig neuen Einsatzgebieten, wie zum Beispiel Industrie-Dächern oder Parkplatz-Überdachungen“, so Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus. Das Unternehmen habe in wenigen Wochen über 500 Anfragen von Architekten zu diesem Produkt erhalten und mit diesem Angebot zur gebäudeintegrierten Photovoltaik offenbar den Nerv der Zeit getroffen. Das Glas-Glas-Modul könne bei Bedarf die Dachhaut komplett ersetzen, was die Kosten und den Einsatz von Baumaterial bei der Installation massiv reduziere. Zudem ermögliche das Modul durch seine Transparenz von etwa zehn Prozent eine Abschattung ohne vollständige Abdunklung.

Wie eine solche Konstruktion aussehen kann, zeigt ein Projekt von Dräxlmaier. Der bayerische Automobilzulieferer hat im Sommer ein zuvor offenes Parkdeck mit 4200 der Solarwatt-Module überdacht. Installiert wurden die Module von der Rudolf Hörmann GmbH & Co. KG aus dem schwäbischen Buchloe als Generalunternehmer, der auch für Ausführungsplanung und Statik zuständig war. Solarwatt zufolge ist die 1,28-Megawatt-Anlage auf dem Dräxlmaier-Firmengelände in Vilsbiburg die größte Photovoltaik-Anlage mit Glas-Glas-Technologie in Deutschland. Das Unternehmen wolle den erzeugten Solarstrom selbst verbrauchen.